Müller-Vogg am Mikrofon

Presse

30. Oktober 2025 | Bad Homburger Woche

Bundestagspräsidentin Klöckner genießt Pfälzer Saumagen in Bad Homburg

Bad Homburg. Ein kleines Jubiläum: Zum 35. Mal verspeisen Prominente aus Politik und Wirtschaft Pfälzer Saumagen in Bad Homburg. Gastgeber waren der in Bad Homburg lebende Publizist Dr. Hugo Müller- Vogg und seine Frau Ulrike. Die laden seit 1991 einmal im Jahr zu einem „Saumagen-Essen“ zu Ehren Helmut Kohls, des Kanzlers der Einheit, ein.

Prominentester Gast war Bundestagpräsidentin Julia Klöckner, protokollarisch die Nummer zwei im Staat. Sie kam solo, weil ihr Partner, der TV-Moderator Jörg Pilawa, sich am Wochenende beim Sport verletzt hatte. Sie war auch schon als einfache Abgeordnete und später als Bundesministerin häufig in Bad Homburg zu Gast.

Weitere prominente Gäste waren die ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und Roland Koch (beide CDU), die Vorsitzende der CDU-Fraktion im hessischen Landtag (Ines Claus), und die FDP-Politiker Hermann Solms und Rainer Brüderle. Zu den Stammgästen zählen auch Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und Altstadtrat Heinrich Gerhold (FDP).

Helmut Kohl (+ 2017) war einige Male selbst nach Bad Homburg gekommen. In diesem Jahr war ein anderer Kohl dabei: Johannes Volkmann (28), Enkel des Altkanzlers und seit Frühjahr Bundestagsabgeordneter. Die Wirtschaft war mit dem in Bad Homburg lebenden Klaus-Peter Müller, dem „Mister Commerzbank“, prominent vertreten. Der hatte vor Jahren für das Ereignis den Begriff „Längste Tafel Bad Homburgs“ geprägt, weil die Gäste in der „Orangerie im Kurpark“ an einem einzigen langen Tisch Platz nehmen. Auch für die „Orangerie“ war das diesjährige Essen ein Jubiläum: Es fand zum zehnten Mal hier statt. Bekannte Vertreter der Medien wie Focus-Gründer Helmut Markwort, FAZ-Herausgeber Carsten Knop, „Platow-Brief“-Herausgeber Albrecht Schirmacher und Cicero-Veleger Dirk Notheis waren ebenfalls zu Gast. Wieder dabei waren Ann Kathrin Linsenhoff, einst erfolgreiche Dressurreiterin, der Professor für Zeitgeschichte, Peter Hoeres (Uni Würzburg) oder der Chef der Augenklinik am Frankfurter Uniklinikum, Professor Thomas Kohnen,

Die Müller-Voggs hatten erstmals 1991 zu einem solchen Event geladen, weil sie der Ansicht waren, die Deutschen scheuten sich, den Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober so begeistert zu begehen wie die Amerikaner den 4. Juli oder die Franzosen den 14. Juli. So kam es zu dieser traditionsreichen Veranstaltung.

In seiner Rede zur aktuellen politischen Lage ging Gastgeber Müller-Vogg auf Politik der Schwarz-Roten Koalition ein. Er kritisierte den Abschied von einer halbwegs soliden Finanzpolitik und die daraus resultierende Verschuldungsorgie sowie die finanziell nicht zu verantwortende Rentenpolitik. Müller-Vogg, einst Herausgeber der FAZ, beklagte das Schrumpfen der politischen Mitte. Dies sei der Fall, weil viele Bürger von der Politik enttäuscht seien. Müller-Vogg schlug vor, Union und SPD sollten ihre Programme und Beschlüsse weglegen und sich „nur“ um das kümmern, was die normalen Bürger bewege: sichere Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen, ein Sozialsystem, das den wirklich Bedürftigen hilft – und eine funktionierende Verwaltung.

Müller-Vogg wies auf die Gefährdung unseres freiheitlichen, pluralistischen Gemeinwesens durch Rechts- und Linksradikale hin. „Mich bedrückt, dass weite Teile der bürgerlichen Mitte sich so verhalten, als hätten sie mit der Entrichtung ihrer Steuern ihre staatsbürgerlichen Pflichten mehr als erfüllt. Demokratie ist aber nichts Statisches. Sie muss gelebt und muss verteidigt werden.“ Die Bürgerlichen hätten in der Weimarer Republik auf diesem Gebiet schon einmal versagt. Daraus sollten alle gelernt haben.

Bei der 35. Auflage der Veranstaltung wurde nicht nur gespeist, sondern auch gespendet. Seit vielen Jahren bitten die Gastgeber des Saumagen-Essens um Spenden für die „Deutsche Tuberöse Sklerose-Stiftung“. TS ist eine seltene, bisher unheilbare Krankheit. Ausgelöst wird sie durch Gen-Mutationen, die zu Tumorbildungen im ganzen Körper und entsprechenden körperlichen und geistigen Einschränkungen führen.

Am Sonntag kamen mehr als 20.000 Euro zusammen. Damit erhöhte sich die bei Saumagen-Essen seit 2002 erreichte Spenden-Summe auf 320.000 Euro. Mit dem Geld werden in erster Linie Stipendien zur Forschung über Tuberöse Sklerose finanziert.

(Quelle: Bad Homburger Woche vom 30. Oktober 2025)



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