07.05.2009

Rot-Rot-grünes Drehbuch

Wie es kommen könnte, aber hoffentlich nicht kommt!

Prognosen in der Politik sind nie ganz leicht – insbesondere wenn es um die Zukunft geht. Der Publizist und BILDKolumnist Dr. Hugo Müller-Vogg wagt es trotzdem und entwickelt in seinem
Buch „Volksrepublik Deutschland“ ein politisches Szenario, das angesichts der Orientierungslosigkeit der SPD im Bereich des Möglichen liegt: Eine rot-rotgrüne Koalition, nicht direkt nach der Bundestagswahl im September, sondern nach einer kurzen Schamfrist.

Der Autor entwirft dazu folgende Konstellation: Trotz der jeweils schwachen Ergebnisse einigen sich Union und SPD auf die Fortsetzung der ungeliebten Großen Koalition. Doch vor allem bei den Sozialdemokraten rumort es, zusammen mit der Linkspartei und den Grünen hätten sie die Mehrheit im Deutschen Bundestag und könnten den Kanzler stellen. Nahezu minutiös und erschreckend realistisch schildert Müller-Vogg, den Koalitionsbruch durch die SPD im November 2010, ihre Hinwendung zur linken Mehrheit und die gedrechselten Begründungen ihres  Spitzenpersonals. Am Ende heißt der Kanzler Steinmeier, der von seinem Stellvertreter und Außenminister Trittin sowie Innenminister Gysi flankiert wird – Deutschland ist zu einer anderen Republik geworden. „Das alles muss nicht so kommen. Aber es kann so kommen. Und es wäre fahrlässig, darüber nicht vorher nachzudenken“, schreibt Müller-Vogg zu Recht. Es liegt schließlich am Leser und damit am Wähler, diese (böse) Überraschung rechtzeitig abzuwenden. Das vorliegende Buch sollte jedem die Augen öffnen.

Aus: DIE ENTSCHEIDUNG, Nr. 5/6 2009


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