29.04.2009

Besuch beim Papst: Kauder darf, Merkel nicht

Da hätte die Kanzlerin viel dafür gegeben: Noch vor der Wahl eine Privataudienz bei Papst Benedikt VI.
Die bekommt aber nicht die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, sondern Volker Kauder, der Fraktionschef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Für ihn nimmt sich der Heilige Vater am Pfingstsamstag Zeit – obwohl das kein Audienztag ist.

Für Angela Merkel wäre es mit Blick auf die kirchentreuen Katholiken sehr wichtig gewesen, möglichst bald mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammenzutreffen. Denn in dieser Wählergruppe erreicht die Union stets 70 Prozent.

Aber gerade bei diesen Stammwählern ist die Papst-Kritik der Kanzlerin wegen dessen Umgang mit dem Holocaust-Leugner Williamson noch nicht vergessen. Im Gegenteil: Viele CDU-Abgeordnete berichten von Gesprächen mit Wählern, die deshalb mit Wahlboykott drohen.

Überlegungen für ein baldiges Treffen mit dem Papst wurden im Kanzleramt jedoch schnell zu den Akten gelegt. Vatikan-Kenner wie der baden-württembergische CDU-Abgeordnete Georg Brunnhuber wiesen nämlich darauf hin, dass der Papst im Wahljahr grundsätzlich keine Kandidaten empfange.

Kauder ist aber kein Kandidat – und deshalb ist er in Rom willkommen. Auch wenn Kauder das abstreitet: Natürlich dient sein Besuch auch dem Ziel, über Merkel verärgerte Katholiken wieder mit der CDU zu versöhnen.

Ohnehin ist der überzeugte konservative Protestant Kauder in Rom als Gesprächspartner gern gesehen, zumal er enge Beziehungen zu dem früheren Rottenburger Bischof und heutigen Kurienkardinal Walter Kasper unterhält. Brunnhuber im Spaß: „Kauder ist der katholischste Evangele, den ich kenne.“

Bei der SPD verfolgt man die vielen Papst-Besuche von Unionspolitikern – neben Brunnhuber waren schon Horst Seehofer und Peter Ramsauer (beide CSU) in diesem Jahr bei Benedikt XVI. – mit Gelassenheit. Inoffizieller Kommentar: Wir machen mit dem Papst keinen Wahlkampf.

(BILD)


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Kommentare

Von Reinhart Jahnke | 29.04.2009

Was erwartet die Dame eigentlich vom Heiligen Vater? Nachdem schon die Dame Knobloch den Papst meinte rügen zu mü?en, machte es die Ex-FDJ-Sekretärin Merkel mit Ihrem Be?erwi?en noch schlimmer. Es ist unter der Würde des Pontifex, diese wiederverheiratete Geschiedene Person zu empfangen. Das hätte sie sich früher überlegen sollen, denn den Wahltermin kannte sie ja.
Von Michael Briel | 11.05.2009

"Ex-FDJ-Sekretärin Merkel mit Ihrem Be?erwi?en"

... schreibt Ex-NPD-Mann Jahnke, der alte Be?erwi?er.
Von Martin Luther | 12.05.2009

Wer will denn eh den ollen Ratze treffen?
Von Marcus A. | 14.05.2009

Ach, Herr Jahnke...jetzt, wo Sie nicht einmal mehr bei Ihren rechten Freunden einen Stich landen können, mü?en Sie Ihre Hetze also schon mit lächerlichen, unreifen Kommentaren verbreiten, mit denen Sie sich selbst disqualifizieren und Ihre enorme, gewaltige, ja gar extreme Intelligenz zur Schau stellen.

Aber wie Sie sehen reagieren immerhin einmal 2-3 Leute auf Ihr niveauloses Gesabbel...das sollte Ihrem Selbstwertgefühl wieder etwas Auftrieb geben.

Viel Glück für die Zukunft...allen anderen viel Erfolg!


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