07.09.2013

„Auf die Wirtschaft kommt es an, Dummkopf“

Beim TV-Duell zwischen Kanzlerin und Herausforderer wie bei den vielen Wahlsendungen: Der Fernseh-Wahlkampf hat eine bedenkliche Schlagseite. Geredet und gestritten wird in erster Linie über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, über Armut und Reichtum, über Umverteilung. Die Sozialpolitik verdrängt fast alle anderen Themen.

Ein nicht informierter Beobachter des TV-Wahlkampfs müsste zum Schluss kommen, 80 Millionen Deutsche fristeten ein Leben weit unterhalb der Armutsgrenze. Und die Politiker stritten über den besten Plan gegen Massenelend.

Weitgehend ausgeklammert werden dagegen Themen wie Wirtschaftspolitik, internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe, Zukunft des Mittelstandes, Mangel an Selbständigen und Unternehmensgründern, fehlender Nachwuchs in technischen Berufen.

Als Bill Clinton 1992 gegen Präsident George Bush senior antrat, stand in seiner Wahlkampfzentrale das Schild: „It’s the economy, stupid“ – „Auf die Wirtschaft kommt es an, Dummkopf“. In der Tat: Woher sollen denn die Steuermilliarden für all die Wohltaten kommen, wenn die Wirtschaft nicht brummt?

Wachstum und Wohlstand fallen nicht einfach vom Himmel. Doch SPD, Grüne und Linke denken vor allem darüber nach, wie man den Kuchen „gerechter“ verteilen kann. Die Union will die Lage der Wirtschaft wenigstens nicht verschlechtern. Allein die FDP agiert im Geiste Ludwig Erhards: „Der Kuchen muss wachsen“.

Das muss doch mal gesagt werden: Wahlkampf ohne Wirtschaft passt leider zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Wer dank Zwangsabgabe-Milliarden selber kein Einnahmenproblem hat, konfrontiert die Wahlkämpfer nicht mit dem Zusammenhang zwischen höheren Steuersätzen und niedrigeren Steuereinnahmen. Der Satz „Auf die Wirtschaft kommt es an, Dummkopf“ gehört deshalb in jedes Fernseh-Studio – sichtbar für alle Moderatoren.

(BILD)


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Kommentare

Von Johannes Grundmann | 07.09.2013

Sie haben gerade George Bush zitiert. Der Mann ist einer der größten Wirtschaftslegastheniker unserer Zeit. Ich finde ihren Artikel nicht gerade geglückt, da er nur auf Polemik aus ist und sich an die Masse der Nichtdenkenden Deutschen wendet.

Ich empfehle Ihnen, das aktuelle Buch von Hans-Olaf Henkel zu lesen.

Achten Sie einmal morgens nach dem Aufstehen darauf, wen Sie im Spiegel vor sich haben. Sind Sie das wirklich selbst?

Warum sprechen Sie vom Wohlstand in Deutschland, betrachten Sie doch einmal Europa als Gesamtsystem!
Von Markus R. | 13.09.2013

Es tut mir sehr leid, wenn ich soetwas lesen muss! Heute erfahren wir, dass jedes 7 Kind in Deutschland in Armut lebt. Sie reden davon, dass der Kuchen wachsen muss?!?!? Der Kuchen kann ins unendliche wachsen, wenn nicht jeder Deutsche davon ein Stueck abbekommt bringt das alles garnichts!!!!! Ich bitte um etwas mehr Moral und Anstand. Wie koennen wir gerade jetzt unsere Geschichte einfach so vergessen?!?! Ein dickes " Mag ich nicht" an den Autor und an die Bildzeitung! Lg
Von Johann Schuler | 18.09.2013

Gut so, Herr Müller -Vogg. Das musste doch mal gesagt werden.
Denn Partein, die den "Kuchen" aufteilen wollen, vor allem an die,
die sich gar nicht angestrengt haben, dass der Kuchen wächst, gibt es mehr als genug.(Grüne,Linke etc.)

Und zu meinen Vorkommentatoren:
Tut mir leid für sie, weil sie so weit ab von der Realität leben.
Da hat leider die Gehirnwäsche der oben genannten Parteien mächtig gewirkt.


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