17.02.2012

Der Nächste, bitte! - Was kommt nach Wulff?

Günstiger Kredit und kostenlose Übernachtungen, Bonusmeilen und Firmenhandy – zwei Monate lang hatte sich Christian Wulff trotz ständig neuer Vorwürfe an sein Amt geklammert.

Als die Staatsanwaltschaft Hannover jetzt die Aufhebung seiner Immunität beantragte, wurde der Druck zu groß: Nach nur 598 Tagen im Amt ist Wulff als Bundespräsident zurückgetreten. Er habe nicht mehr das notwendige Vertrauen, um sich uneingeschränkt seinen Aufgaben widmen zu können. Bundeskanzlerin Angela Merkel bedauerte den Rücktritt und will jetzt mit SPD und Grünen sprechen, um einen gemeinsamen Kandidaten zu finden.

Wer kommt dafür in Frage? Brauchen wir überhaupt einen Bundespräsidenten? Und was bleibt von der Affäre Wulff an der schwarz-gelben Koalition und der Bundeskanzlerin hängen? Darüber diskutiert WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn am Sonntag im ARD-Presseclub mit seinen Gästen.

Hugo Müller-Vogg, Publizist und Kolumnist der BILD-Zeitung
Ines Pohl, Chefredakteurin der taz
Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik und Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung
Christoph Schwennicke, Politischer Autor, Der Spiegel

Sendezeit: 19.02.2012, 12:00 Uhr, ARD

Wiederholungen:
19.02.2012, 19:15 Uhr, 1Extra
20.02.2012, 05:30 Uhr, WDR


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Kommentare

Von Alexander Palm | 17.02.2012

Zu Wulff gibt es nichts mehr zu sagen.
Wenn ich die Kommentare der Medien zu den Wünschen für eine neue oder einen neuen Bundespräsidenten(tin) höre und sehe finde ich dies sehr belustigend. Da ist die Rede von parteiübergreifend, integer, ehrlich oder moralisch. Das sind ja durchaus wünschenswerte Eigenschaften, nur diesen Menschen gibt es nicht. Genauso wenig gibt es einen Kandidaten, der von einer breiten Masse getragen wird. Gäbe es einen solchen, dann wäre er schon jetzt ein moralischer Überflieger mit einer großen Fan-Gemeinde. Seien wir doch einmal ehrlich, selbst der Papst würde im deutschen Volk keine Mehrheit bekommen. Also, die Meßlatte die angelegt wird ist falsch. Was wir brauchen ist ein kein Übermensch, sondern ein Mensch der mit gesundem Menschenverstand ausgestattet ist, der verständlich Probleme und Lösungen benennen kann und den man mag. Es wäre grundfalsch, einen solchen Menschen im Kreise der herrschenden Politiker oder in der Wirtschaft zu suchen. Wie wäre es denn einmal mit jemandem aus einer Hilfsorganisation?? Leute, die sich ohne eigenen Vorteil für andere einsetzen verfügen über die größte Akzeptanz in der Bevölkerung und sind moralisch unangreifbar. Wenn es denn wirklich wieder ein Politiker(in) sein muß fallen mir nur Namen wie Geisler, Hamm-Brücher, Vollmer oder Drexler ein. Insbesondere deswegen, weil sie allesamt auch ihre eigene Partei hinterfragt haben.


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