01.02.2012

Warum die SPD Doris Schröder-Köpf abblitzen lässt

Doris Schröder-Köpf (48) will in die Politik – „aber nicht auf dem Silbertablett“, wie sie betont.

Also kämpft sie tapfer an der Basis um die Nominierung im Wahlkreis Hannover-Döhren.

Die Chancen der vierten Frau von Altkanzler Gerhard Schröder stehen nicht gut.

Von drei Vorabstimmungen an der Parteibasis hat sie zwei verloren; eine ging unentschieden aus. Zwei weitere Ortsvereins-Abstimmungen stehen noch aus.

Die ehemalige Politik-Journalistin (BILD, „Focus“) hätte sich einen Wahlkreis aussuchen können, wo der bisherige SPD-Abgeordnete nicht mehr antritt.

Schröder-Köpfhat sich jedoch für den Wahlkreis Hannover-Döhren entschieden. „Weil sie dort wohnt und mit den Menschen vertraut ist“, heißt es aus ihrer Umgebung.

Um dort nominiert zu werden, müsste Schröder-Köpf die langjährige Abgeordnete Sigrid Leuschner (60) verdrängen. Die aber kämpft.

Schröder-Köpf hat das, was man „Promi-Bonus“ nennt. An der linken Parteibasis ist der Name Schröder aber eher Ballast.

Viele Genossen haben dem Altkanzler die „Agenda 2010“ nie verziehen. Die Folgen dieser Politik „sind bis heute zu spüren – ich spüre sie auch“, klagt seine Frau.

Der Quereinsteigerin wird zudem fehlender „Stallgeruch“ vorgeworfen. Noch ein Vorwurf: Die Schröder-Gattin sitzt im Karstadt-Aufsichtsrat als Vertreterin des Kapitals – aus Sicht mancher Genossen ein schwerer Nachteil gegenüber der Gewerkschafterin Leuschner.

Noch ist die Schlacht nicht verloren. Die endgültige Entscheidung trifft die Delegiertenkonferenz im März. Die ist an die Abstimmungen der Mitglieder nicht gebunden.

Theoretisch könnte Schröder-Köpf auch auf dem Landesparteitag im Sommer auf die Landesliste gesetzt werden – selbst ohne Wahlkreis.

Aber die Chancen dafür sind noch geringer als ihre Nominierung in Hannover-Döhren.

(BILD)


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